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WLAN-Optimierung in Windows Phone 8.1

Geteiltes Netz

In Windows Phone 8.1 lassen sich Funknetzwerke für Gäste freigeben, ohne dass man diesen das Passwort aushändigen muss. So funktioniert das.

Aus Windows Phone User 04/2014

Microsoft hat mit Windows Phone 8.1 die WLAN-Features deutlich aufgebohrt. Zu den kleineren, aber dennoch praktischen Neuerungen gehört, dass der Nutzer, wenn er das WLAN ausschaltet, festlegen kann, dass es nach einer bestimmten Zeitspanne automatisch wieder angeschaltet wird. Für alle, die das Funknetzwerk beispielsweise vor einer Reise deaktivieren, um den Akku zu schonen, hinterher aber häufig vergessen, es wieder zu aktivieren, ist das eine nette Hilfe.

Abbildung 1

Abbildung 1: Schaltet man das WLAN ab, kann es sich später automatisch wieder einschalten.

Die größten Neuerungen verbergen sich jedoch hinter der WLAN-Optimierung, aufzurufen über den gleichnamigen Button in den WLAN-Einstellungen. Sie bietet zwei Funktionen: Einerseits kann sie den Nutzer automatisch mit öffentlichen WLAN-Hotspots verbinden, andererseits dessen Funknetzwerke für seine Kontakte freigeben, ohne dass diese Zugriff auf die Zugangsdaten erhalten. Man braucht ihnen also nicht mehr das Passwort zu geben.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die beiden Funktionen der WLAN-Optimierung sind standardmäßig ausgeschaltet.

Verbindung zum Hotspot

Mit dem automatischen Verbindungsaufbau zu WLAN-Hotspots will Microsoft die Datenverbindung entlasten, da viele Nutzer nur ein begrenztes Transfervolumen in ihrem Tarif haben und bei Überschreitung die Geschwindigkeit gedrosselt wird. Wo es möglich ist, soll deshalb auf WLAN ausgewichen werden – ohne dass der Nutzer nach Hotspots suchen und sich einloggen muss. Allerdings kennt die WLAN-Optimierung derzeit noch nicht viele Hotspots, zumindest konnten wir im Juni bei einer Tour durch München zwar mehrere öffentliche WLANs entdecken, doch zu keinem wurde automatisch eine Verbindung aufgebaut.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Nutzungsbedingungen von Hotspots können automatisch akzeptiert werden.

Das dürfte daran liegen, dass die WLAN-Optimierung sich nicht einfach wahllos in jedes offene Netz einklinkt. Microsoft pflegt eine Datenbank mit offenen Netzen, zu denen Nutzer mit Windows Phone in der Vergangenheit (manuell) eine Verbindung aufgebaut hatten und bei denen diese stabil und schnell war. Da der Marktanteil von Windows Phone überschaubar ist und Anfang Juni kaum Geräte mit Windows Phone 8.1 in freier Wildbahn unterwegs gewesen sein dürften, fehlt es hier wohl schlicht noch an Daten.

Abbildung 4

Abbildung 4: Fragt der Hotspot danach, können auch persönliche Angaben übertragen werden.

Sollten der WLAN-Optimierung irgendwann ausreichend Hotspots bekannt sein, wäre sie eine mächtige Hilfe. Denn sie kann nicht nur eine Verbindung zu offenen Hotspots aufbauen, sondern bei Bedarf auch deren Nutzungsbedingungen akzeptieren, wofür der Nutzer bei manuellem Verbindungsaufbau immer erst in den Browser wechseln muss. Sie kann sogar, sollte der Hotspot das erfordern, persönliche Daten wie Name, Mailadresse und Telefonnummer angeben. Für beides befindet sich in den Einstellungen der WLAN-Optimierung eine Checkbox, direkt darunter sitzt der Button, um die persönlichen Daten zu bearbeiten. Also keine Sorge: Wenn Sie das nicht wollen, gibt die WLAN-Optimierung keine Infos von Ihnen preis.

WLAN-Zugang teilen

Die andere Funktion der WLAN-Optimierung soll das Problem angehen, dass man bislang Gästen im heimischen WLAN oder Firmen-WLAN das Passwort überlassen musste. Microsoft wickelt den Passwortaustausch daher über die Cloud ab – das ist nichts, wo Sicherheitsfetischisten freudig aufschreien, aber praktisch. Kommt ein Kontakt ins WLAN, wird ihm das Passwort übermittelt, sodass er ins Funknetzwerk gelangt, er kann das Passwort aber nicht anzeigen lassen.

Abbildung 5

Abbildung 5: Wer WLAN-Zugänge freigibt, kann auswählen, für welche Kontaktgruppen er das tut.

Leider funktioniert es nicht, die Funktion mal eben bei Bedarf einzuschalten, wenn der Gast bereits vor Ort ist. Denn es kann durchaus einige Tage dauern, bis die Information, dass ein WLAN für Gäste freigegeben ist, über die Cloud unter den Kontakten verbreitet wurde. Zudem ist es nicht möglich, ein WLAN nur für einzelne Kontakte freizugeben. Die einzige Einschränkung, die man vornehmen kann, ist die Freigabe für Kontaktgruppen: Outlook.com-Kontakte, Skype-Kontakte, Facebook-Freunde.

Schaltet man die WLAN-Freigabe ein, werden die auf dem Handy bekannten Funknetzwerke nicht automatisch freigegeben. Der Nutzer muss in die WLAN-Einstellungen wechseln und auf den "Verwalten"-Button tippen. Dort sieht er alle bekannten Netze, kann die gewünschten länger antippen und "Freigeben" auswählen. Alternativ dazu funktioniert es auch, wenn man sich in Reichweite des Netzwerks befindet, es anzutippen, "Bearbeiten" zu wählen und den Haken bei der Checkbox "Netzwerk für Kontakte freigeben" zu setzen. Verbindet man sich mit neuen Netzen, kann man direkt bei der Passworteingabe die Freigabe aktivieren – standardmäßig ist der Haken gesetzt.

Abbildung 6

Abbildung 6: Für jedes Funknetzwerk kann ausgewählt werden, ob es freigegeben werden soll.

Ganz ohne Datenverbindung kommt der Gast allerdings nicht aus! Befindet er sich in Reichweite eines Funknetzes, das für ihn freigegeben ist, muss er schließlich aus der Cloud das Passwort beziehen – und das geht nun mal nur über die Datenverbindung.

Schlagwörter: Windows Phone 8.1 , WLAN

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