Wieder weg: YouTube-App für Windows Phone

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Die neue YouTube-App von Microsoft gab wider Erwarten nur ein kurzes Gastspiel, denn Google hat sie nun komplett blockiert. Der Streit zwischen beiden Unternehmen wird immer mehr zur Schlammschlacht.

Gerade hatte Microsoft seine YouTube-App angepasst, um den Wünschen von Google zu entsprechen, da blockiert der Suchmaschinenbetreiber den Zugriff der App auf die Videos des Portals komplett. Das kommt ziemlich überraschend, schien es doch so, als hätten beide ihre Streitigkeiten beigelegt und sich gemeinsam um die YouTube-App für Windows Phone gekümmert. Doch wie Microsoft nun in einem seiner Weblogs schreibt, stellt Google an die Windows-Phone-App höhere und nach Meinung von Microsoft nicht zu erfüllende Anforderungen als an die Apps für Android und iOS. So verlange Google eine HTML5-App, was technisch offenbar schwierig umzusetzen ist - wie Google-Mitarbeiter auch gegenüber Microsoft bestätigten. Googles eigenen YouTube-Apps für Android und iOS setzen daher auch nicht auf HTML5, weshalb man sich bei Microsoft entschloss, die App erstmal so zu veröffentlichen, was Google aber nun zum Anlass für seine Blockade nahm.

Weiterhin bemängelt Google, die App würde nicht alle Werbeclips anzeigen, was laut Microsoft schlicht daran liegt, dass Google sich weiterhin weigert, Microsoft dieselben Metadaten und Schnittstellen zur Verfügung zu stellen, wie sie die Android- und iOS-Apps nutzen.

Außerdem stört sich Google nun am Branding der YouTube-App, handelt es sich doch bei YouTube um eine Marke von Google, und macht sich Sorgen um die nicht ganz optimale User Experience. Bislang sei das kein Problem gewesen, kritisiert Microsoft, schließlich biete man schon seit 2010 eine YouTube-App an. Doch nun, da diese technisch aufgeholt habe, krame Google diese Kritikpunkte hervor.

"Wir denken, es ist klar, dass Google nicht will, dass Windows-Phone-Nutzer das gleiche Nutzungserlebnis haben wie Android- und iOS-Nutzer und dass die Einwände nichts anderes als Ausreden sind", schreibt David Howard, Corporate Vice President & Deputy General Counsel, Litigation & Antitrust bei Microsoft. Man arbeite gern mit Google zusammen, um diese Probleme zu lösen, doch in der Zwischenzeit könne man nur erneut darum bitten, die YouTube-App nicht mehr zu blockieren.

Schlagwörter: Apps , Google , Markt , Microsoft , YouTube

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