Album der Woche: Linkin Park - The Hunting Party

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Linkin Park waren nie weg und doch klingt "The Hunting Party" im ersten Moment wie das heiß ersehnte Comeback-Album einer lange vermissten Band.

Der Kreis schließt sich für Linkin Park. Nach all den Experimenten der Vergangenheit kehren die Jungs zum Alternative Rock ihrer Anfangstage zurück. Sie lassen Songwriter-Strukturen hinter sich, verlassen elektronische Pfade und ordnen den Einfluss des Hip Hops verzerrten Gitarren unter. "The Hunting Party" kracht entsprechend und lebt von tausend und mehr Gitarren, die neben und übereinander alles kurz und klein schlagen. Wer jetzt mit einem wütenden Album rechnet, der irrt, denn Linkin Park wären nicht Linkin Park würden sie nicht poppigen Strukturen und vor allem Refrains genügend Raum lassen, um weiterhin als Hauptact von Festivals die Massen zu begeistern.

 

Die Vorab-Single "Guilty All The Same" war schon ein deutlicher Hinweis darauf, welche Richtung das Album einschlagen würde. Klassische Linkin-Park-Elemente trieben Fans der ersten Stunde Tränen der Freude in die Augen. Frei von Experimenten spielen Linkin Park in diesem Song all ihre Stärken aus: Kraftvolle Riffs, treibende Drums und wohl balanciert zwischen wütendem Rock, Rap-Parts und melodiösem Gesang.

Der erste Track von "The Hunting Party" geht den Weg konsequent weiter. Eine verzerrt krächzende Stimme leitet in ein Monster-Riff über, bevor cleaner Gesang die Kontrolle übernimmt. Der zweite Track "All For Nothing" ist die perfekte Symbiose aus Rock, Pop und Hip Hop. Ein Song zum Tanzen im Keller-Club, zum Autofahren mit offenen Fenstern oder zum Springen beim Konzert. "War" hingegen lädt dazu ein, dem Frust freien Lauf zu lassen. In bester Punk-Manier schlagen Linkin Park mit diesem 2-Minuten-Song eine Schneise der Verwüstung durch das Album, die auch von dem poppigen "Until It's Gone" nicht wieder beschönigt werden kann. "Rebellion" verfällt dem Geschwindigkeitsrausch und peitscht sich selbst durch 3:44 intensive Minuten. Riesige Riffs werden in "Mark The Graves" aufgetürmt, das ähnlich wie "Final Masquerade" leider nicht ganz überzeugen kann.

Wer "The Hunting Party" als Kehrtwende oder Besinnung auf die Ursprünge deutet, vergisst, wie sehr Linkin Park verstehen, alle Elemente der vergangenen Alben in dieses Album zu verknüpfen, um ein homogenen Rockmonster entstehen zu lassen. Mit besserem Songwriting, unterschwelliger Elektronik und wohl dosiertem Hip Hop gelingt Linkin Park ein großer Wurf, der trotz ein oder zwei kleiner Schwächen allen Alternative-Rock-Fans ein neues Lieblingsalbum bescheren könnte, ach was: bescheren wird.

Schlagwörter: Album der Woche , Linkin Park

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